Wie gelingt der Schritt in die Selbstständigkeit als Arzt, ohne bei null zu beginnen? Viele Mediziner stehen genau an diesem Punkt: den Wunsch, eine eigene Praxis zu führen, Patienten langfristig zu begleiten und Entscheidungen eigenständig zu treffen. Die Praxisübernahme bietet dafür einen bewährten Einstieg und vermeidet gleichzeitig die Risiken einer kompletten Neugründung.
Doch bevor Sie eine bestehende Arztpraxis übernehmen, stehen zentrale Fragen im Raum: Wie finde ich eine geeignete Praxis? Welche Verträge verdienen besondere Aufmerksamkeit? Was kostet die Übernahme? Und worauf kommt es im Umgang mit Mitarbeitern und Patienten an? Dieser Beitrag bietet einen strukturierten Überblick über Chancen, Herausforderungen und konkrete Schritte auf dem Weg zum erfolgreichen Praxisinhaber.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorteile der Praxisübernahme: Die Übernahme einer bestehenden Arztpraxis bietet im Vergleich zur Neugründung klare Vorteile, etwa einen bestehenden Patientenstamm, ein eingespieltes Team, transparente wirtschaftliche Kennzahlen und bessere Chancen auf eine vertragsärztliche Versorgung (KV-Sitz), insbesondere in zulassungsbeschränkten Gebieten.
- Kosten und Preisfaktoren realistisch einschätzen: Die Investitionshöhe hängt stark von Standort, Fachrichtung, Ausstattung und Zulassungsart ab. Im Durchschnitt investieren Praxisgründer zwischen 145.000 und 190.000 Euro. Bei Facharztpraxen oder in Berufsausübungsgemeinschaften (BAGs) kann der Betrag deutlich höher liegen.
- Arbeitsrechtliche Pflichten beim Betriebsübergang beachten: Alle Arbeitsverhältnisse gehen automatisch auf die neue Praxisleitung über. Mitarbeitende müssen rechtzeitig und schriftlich informiert werden; ein Widerspruch ist innerhalb eines Monats möglich.
- Vertrauensvolle Kommunikation mit Patienten: Persönliche Gespräche, ein Informationsschreiben und eine angepasste Website fördern die Patientenbindung. Für die Übernahme der Patientenkartei gilt: Einwilligung einholen und Datenschutzvorgaben beachten.
Was ist eine Praxisübernahme?
Die Übernahme einer bestehenden Praxis stellt für viele Ärzte einen attraktiven Weg in die Selbstständigkeit dar. Statt eine Praxis neu zu gründen, übernehmen sie den Patientenstamm, die Infrastruktur und häufig auch das Personal eines Kollegen, der seine Tätigkeit aufgibt – etwa, weil er in Rente geht, umzieht oder die Praxis aus anderen Gründen nicht weiterführt.
Chancen und Herausforderungen einer Praxisübernahme

Was spricht für eine Praxisübernahme und welche Herausforderungen gilt es im Vergleich zur Neugründung zu beachten?
Vorteile einer Praxisübernahme
- Zulassungschance in gesperrten Gebieten: In gesperrten Regionen, in denen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Zahl der Arztsitze begrenzen, ist eine Neugründung meist nicht möglich. Eine Praxisübernahme oder der Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) bleibt hier der einzige Weg zur Niederlassung.
- Bestehender Patientenstamm: Der wirtschaftliche Einstieg fällt leichter, da Sie von Beginn an Einnahmen generieren und sich die Patientenbindung bereits etabliert hat.
- Transparente Zahlenbasis: Vor dem Kauf können Sie auf bestehende Abrechnungsdaten, Bilanzen und Fallzahlen zugreifen, was die wirtschaftliche Einschätzung erleichtert.
- Voll ausgestattete Räume: Die medizinischen Geräte, Möbel und IT-Infrastruktur befinden sich überwiegend bereits in gutem Zustand, wodurch hohe Investitionen zu Beginn entfallen.
- Eingespieltes Praxisteam: Sie übernehmen in der Regel Mitarbeiter, die mit den Abläufen, der Software und den Patienten vertraut sind.
Mögliche Nachteile gegenüber einer Neugründung
- Begrenzter Gestaltungsspielraum: Einrichtung, Abläufe und Praxisphilosophie sind vorgegeben, größere Änderungen erfordern häufig Zeit und Fingerspitzengefühl.
- Mitarbeiter und Prozesse übernehmen: Nicht jedes Team harmoniert mit einem neuen Praxisinhaber, nicht jeder Ablauf entspricht der eigenen Vorstellung.
- Modernisierungsbedarf: Technische Ausstattung oder Räumlichkeiten sind unter Umständen veraltet und müssen schrittweise erneuert werden.
- Investitionskosten: Der Kaufpreis für die Praxis kann variieren, wodurch eine gründliche Prüfung wichtig ist.
Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Kaufpreis einer Arztpraxis
Mehrere Faktoren beeinflussen den Kaufpreis einer Praxis:
- Fachrichtung: Haus- oder Facharztpraxis – Spezialisierungen mit hoher Nachfrage steigern den Wert.
- Zulassungsart: Kassenpraxis mit KV-Sitz oder reine Privatpraxis.
- KV-Sitze: Mehrere Sitze erhöhen die Versorgungsmöglichkeiten und damit den Preis.
- Standort: Großstadt, ländliche Region oder KV-Bezirk mit Zulassungsbeschränkung – die Lage wirkt stark auf den Marktwert.
- Ausstattung: Moderne Geräte, IT-Infrastruktur und gepflegte Einrichtung wirken wertsteigernd.
- Zustand der Räume: Renovierte Praxen erzielen höhere Preise als sanierungsbedürftige.
- Verhandlungsgeschick: Persönliche Gespräche mit dem Abgeber beeinflussen den finalen Preis oft erheblich.
Praxisbeispiel: Eine Ärztin steht vor der Wahl: Niederlassung in der Hamburger Innenstadt oder in einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Beide Optionen beinhalten einen KV-Sitz und eine bestehende Praxis. In Hamburg treibt die hohe Nachfrage den Kaufpreis nach oben. In ländlichen Regionen dagegen ist der Einstieg oft günstiger: Hier gibt es mehr freie Sitze oder sogar Unterversorgung. Wer sich für einen weniger gefragten Standort entscheidet, kann bei der Übernahme deutlich sparen, wenn Lebensumfeld und berufliche Perspektive stimmen.
Praxisübernahme: Mit diesen einmaligen und laufenden Kosten müssen Sie rechnen

Wer eine Arztpraxis übernimmt, investiert nicht nur in medizinische Ausstattung und Räume, sondern auch in rechtliche Strukturen und in den laufenden Betrieb.
Einmalige Kosten
Diese Ausgaben fallen in der Regel einmalig an:
- Übernahme der kassenärztlichen Zulassung (oft als „Kauf des KV-Sitzes“ bezeichnet)
- Wirtschaftlicher Wert des Patientenstamms
- Arbeitsverträge mit dem bestehenden Praxisteam
- Medizinische Geräte und technische Ausstattung
- Einrichtung der Praxisräume (Möbel etc.)
- Gebühren für anwaltliche oder notarielle Leistungen
- Kauf oder Übernahme der Praxisimmobilie
- Renovierungsarbeiten bei modernisierungsbedürftigen Räumen
- Übernahme einer bestehenden Rechtsform, z. B. einer GmbH
Laufende Betriebskosten
Neben dem Kaufpreis entstehen regelmäßig folgende Kosten:
- Gehälter und Lohnnebenkosten für Mitarbeiter
- Miete für Praxisräume
- Softwarelizenzen und IT-Support
- Kosten für Buchhaltung und Steuerberatung
- Nebenkosten wie Heizung, Strom und Wasser
- Versicherungsbeiträge, z. B. für Berufshaftpflicht, Inventar oder Ausfallzeiten
Zahlen und Fakten zu den Kosten einer Praxisübernahme im Überblick

Ein aktueller Report (Oktober 2024) der apoBank und des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung (ZI) zeigt, mit welchen Kosten Sie bei einer Praxisübernahme rechnen müssen.
Hausärztliche Einzelpraxis
Für eine Hausarztpraxis bezahlen Gründer im Schnitt 110.100 Euro. Weitere 78.100 Euro sind in die Ausstattung und Modernisierung zu investieren. Insgesamt belaufen sich die Gesamtinvestitionen für die Übernahme einer Einzelpraxis auf 188.200 Euro.
„Die Kaufpreise sind im Vergleich zu den Vorjahren nur geringfügig gestiegen. Vielmehr sind es die Investitionen in medizinisch-technische Geräte, Einrichtung, IT sowie Modernisierung und Umbaumaßnahmen, die die Kosten für eine hausärztliche Einzelpraxisübernahme weiter ansteigen lassen“
Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und Beteiligungen.
Einzelpraxis oder Kooperation?
Rund 60 Prozent der Praxisgründer entscheiden sich für eine Einzelpraxis, sei es durch Neugründung oder Übernahme. Etwa 40 Prozent steigen in eine Kooperation ein, zum Beispiel über die Übernahme eines KV-Sitzes in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG).
Einstieg in eine BAG: Kosten im Vergleich
Wer sich für eine Kooperation entscheidet, zahlt im Schnitt einen höheren Kaufpreis als bei einer Einzelpraxis. Hausärzte zahlen für den Einstieg in eine BAG durchschnittlich 124.300 Euro. Die Gesamtkosten liegen mit 145.900 Euro aber unter denen einer Einzelpraxis, da in etablierten Gemeinschaftspraxen oft weniger für Ausstattung und Modernisierung anfällt.
Facharztpraxen: Einzelpraxis vs. BAG
Bei Facharztpraxen liegt der durchschnittliche Kaufpreis für eine gynäkologische Einzelpraxis bei 171.500 Euro, für eine Praxis der Inneren Medizin bei 189.200 Euro. Der Einstieg in eine BAG ist mit durchschnittlich 323.800 Euro bzw. 289.800 Euro deutlich teurer und übersteigt das Gesamtinvestitionsvolumen einer Einzelpraxisübernahme.
Besonders kostenintensiv ist die Übernahme einer orthopädischen Einzelpraxis aus: Im Schnitt belaufen sich die Gesamtkosten auf 505.000 Euro, davon 365.000 Euro für den Kaufpreis, der Rest für Ausstattung und Modernisierung. Der Einstieg in eine BAG ist auch hier meist günstiger.
Zahnarztpraxis: Kaufpreise und zusätzliche Investitionen
Gründer zahlen für kleine Praxen in ländlichen Regionen zwischen 100.000 und 250.000 Euro. In mittelgroßen Städten liegen die Preise bei 250.000 bis 500.000 Euro. Hochfrequentierte Großstadtpraxen mit moderner Ausstattung und stabilem Patientenstamm erreichen Kaufpreise von 500.000 Euro bis über eine Million Euro.
Zusätzliche Investitionen für Modernisierungen oder Umbauten hängen vom Zustand der Praxis ab:
- Die Erneuerung von Behandlungseinheiten kostet zwischen 30.000 und 100.000 Euro.
- Für Digitalisierung, etwa neue Praxissoftware oder digitale Röntgengeräte, sollten Sie 10.000 bis 50.000 Euro einplanen.
- Möblierung und Renovierungsarbeiten verursachen zusätzliche Kosten von 5.000 bis 50.000 Euro.
So gehen Sie richtig mit Mitarbeitern bei der Praxisübernahme um

Bei einer Praxisübernahme handelt es sich arbeitsrechtlich um einen sogenannten Betriebsübergang nach § 613a BGB. Das bedeutet: Alle bestehenden Arbeitsverhältnisse (sowohl medizinisches als auch Verwaltungspersonal) gehen automatisch auf Sie als neue Praxisleitung über. Beachten Sie dabei folgende Punkte:
- Verschaffen Sie sich frühzeitig einen Überblick über alle laufenden Arbeitsverträge, um Ihre zukünftigen Verpflichtungen besser einschätzen zu können.
- Die laufenden Arbeitsverträge und Konditionen bleiben unverändert. Eine Kündigung allein wegen der Übernahme ist rechtlich ausgeschlossen.
- Vor dem Übergang müssen Sie alle Beschäftigten (auch solche in Elternzeit oder mit ruhenden Verträgen) schriftlich informieren. Die Mitteilung muss Zeitpunkt und Grund der Übernahme, die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen sowie geplante Maßnahmen der neuen Praxisführung enthalten.
- Nach der Information haben Mitarbeiter einen Monat Zeit, dem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses zu widersprechen. In diesem Fall verbleibt das Arbeitsverhältnis beim bisherigen Praxisinhaber.
- Erfolgt kein Widerspruch, bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen, nur der Arbeitgeber ändert sich. Ob und wie Sie bestehende Verträge anpassen können, hängt vom Einzelfall und der Einigung zwischen Ihnen und den Mitarbeitern ab.
Patienten rechtssicher informieren: Wie Sie den Praxisübergang transparent und vertrauensvoll gestalten
Neben dem professionellen Umgang mit Ihrem Praxisteam ist eine klare Kommunikation der Übernahme gegenüber den Patienten entscheidend.
Empfehlenswerte Maßnahmen
- Vermitteln Sie Ihren Patienten Sicherheit und das Gefühl, weiterhin bestens versorgt zu sein. Vertrauen entsteht vor allem durch transparente Kommunikation.
- Informieren Sie Ihre Patienten möglichst gemeinsam mit Ihrem Vorgänger über die bevorstehende Übernahme.
- Versenden Sie ein gemeinsames Anschreiben, in dem sich beide Parteien erklären: Sie stellen sich vor, Ihr Vorgänger verabschiedet sich. Idealerweise unterzeichnen beide das Schreiben.
- Nutzen Sie Aushänge im Wartezimmer und Flyer am Empfang, um auch vor Ort sichtbar zu werden.
- Bitten Sie Ihren Vorgänger, insbesondere langjährige Patienten persönlich auf die Übergabe anzusprechen.
- Aktualisieren Sie Ihre Website (insbesondere Startseite und Teamvorstellung) mit einem klaren Hinweis auf die neue Leitung.
- Stellen Sie sich auch über Newsletter, Social Media oder lokale Medien öffentlich vor.
- Ersetzen Sie das Praxisschild zeitnah, um die neue Leitung nach außen kenntlich zu machen.
Der erste Eindruck zählt – gerade Online: Veraltetes Webdesign wirkt abschreckend und kann potenzielle Patienten vergraulen. Ein moderner, mobil optimierter Internetauftritt schafft Vertrauen – genau wie ein aktiver, professioneller Auftritt in den sozialen Medien. Nutzen Sie die Chance auf mehr Sichtbarkeit und lassen Sie sich jetzt unverbindlich von uns beraten!
Was Sie beim Datenschutz beachten müssen

Mit der Praxisübernahme geht auch die Patientenkartei an Sie über. Da es sich um besonders sensible Gesundheitsdaten handelt, gelten strenge Datenschutzregelungen.
Damit Sie die Daten einsehen und weiterführen dürfen, brauchen Sie die ausdrückliche Zustimmung der Patienten. Diese sollte idealerweise schriftlich vorliegen. Alternativ lassen sich entsprechende Regelungen zur Aufbewahrung und Datenweitergabe auch im Übergabevertrag festhalten.
Kommen Patienten nach der Übernahme weiterhin in Ihre Praxis, gilt dies juristisch meist als stillschweigende Zustimmung zur Datenverwendung durch Sie als neue Praxisleitung. Trotzdem empfiehlt sich eine offene, schriftliche Kommunikation, um Vertrauen zu festigen und Missverständnisse zu vermeiden.
Muster: Schreiben an Patienten bei einer Praxisübergabe

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass ich die Arztpraxis von Dr. [Name des Vorgängers] zum [Datum der Übernahme] übernommen habe. Sie können weiterhin auf die gewohnte Qualität der medizinischen Versorgung zählen – in vertrauter Umgebung und mit dem bewährten Praxisteam.
Dr. [Name des Vorgängers] hat die Praxis mit großem Engagement geführt. Ich werde alles daransetzen, diese hohe Behandlungsqualität fortzuführen und individuell auf Ihre Bedürfnisse einzugehen.
Im Rahmen der Praxisübernahme übernehme ich auch Ihre Patientenakte, um Ihre Behandlung nahtlos und bestmöglich fortsetzen zu können. Selbstverständlich verarbeiten wir Ihre Daten weiterhin vertraulich und nach den geltenden Datenschutzbestimmungen. Sollten Sie Fragen zur Datenübertragung oder zum Datenschutz haben, sprechen Sie uns jederzeit gerne an.
Ich freue mich darauf, Sie bald persönlich kennenzulernen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. [Ihr Vorname und Nachname]
Herr/Frau Dr. [Name des bisherigen Arztes/der bisherigen Ärztin]
Diese wichtigen Punkte sollten Sie im Vertrag bei einer Praxisübernahme regeln
Ein schriftlicher Vertrag schafft rechtliche Sicherheit für beide Seiten. Zu den wichtigsten Inhalten gehören:
- Praxisräume: Kaufen Sie die Immobilie oder mieten Sie sie? Bei Mietverträgen sollten Sie auf eine Restlaufzeit von mindestens fünf Jahren und Verlängerungsoptionen achten. Spezielle Mietverträge für Arztpraxen helfen bei der rechtssicheren Gestaltung.
- Einrichtung: Legen Sie genau fest, welche Möbel, Geräte und Ausstattungen Teil der Übernahme sind.
- Patientendaten: Diese dürfen nicht verkauft werden. Wie bereits erwähnt braucht es für die Nutzung die Zustimmung der Patienten.
- Laufende Verträge: Klären Sie, welche bestehenden Verträge (z. B. Telefon, Leasing, Abonnements) Sie übernehmen.
- Haftung: Vereinbaren Sie klar, wer für bestehende oder künftige Verbindlichkeiten verantwortlich ist.
Tipp: Nutzen Sie Musterverträge als Grundlage, passen Sie diese jedoch immer individuell an Ihre Situation an – idealerweise mit Unterstützung eines spezialisierten Anwalts.
Checkliste: In 16 Schritten zur erfolgreichen Praxisübernahme

1. Zulassung sichern
Lassen Sie sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) auf die Warteliste setzen. Voraussetzung: eine abgeschlossene Facharztweiterbildung.
2. Unterlagen vorbereiten
Stellen Sie alle erforderlichen Dokumente für den Zulassungsausschuss zusammen.
3. Arztpraxis finden
Suchen Sie gezielt über Praxisbörsen, Fachzeitschriften, Kliniknetzwerke oder persönliche Kontakte nach passenden Angeboten. Nutzen Sie auch Stellenportale und spezialisierte Newsletter mit Angeboten zur Praxisübernahme.
4. Angebote vergleichen
Führen Sie Gespräche mit mehreren Praxisinhabern, um Marktpreise besser einschätzen zu können. Sprechen Sie dabei auch gezielt erfahrene Ärzte an, die ihre Praxis abgeben möchten.
5. Praxiswertermittlung & Kaufpreis verhandeln
Lassen Sie den Praxiswert professionell einschätzen: das schafft eine solide Verhandlungsbasis, insbesondere bei Abgabedruck.
6. Businessplan erstellen
Planen Sie Ihre Leistungen, Zielgruppen, Patientenzahlen, Investitionen und Personalstrategie für die kommenden Jahre.
7. Finanzierung klären
Sprechen Sie mit Banken und holen Sie Vergleichsangebote ein. Denken Sie an Zusatzkosten für Zinsen, Umbauten und Betriebsmittel.
8. Fördermittel prüfen
Erkundigen Sie sich über staatliche und regionale Förderprogramme z. B. in unterversorgten Regionen.
9. Mietvertrag klären
Verhandeln Sie mit dem Vermieter, ob Sie den bestehenden Mietvertrag übernehmen oder einen neuen abschließen.
10. Bestehende Verträge prüfen
Übernehmen oder kündigen Sie Verträge zu:
- Telefon & Internet
- Leasingverträge (Geräte, Fahrzeuge)
- Versicherungen (Inventar, Technik etc.)
11. Praxisübernahmevertrag aufsetzen
Lassen Sie den Vertrag individuell und rechtssicher formulieren (siehe oberer Abschnitt).
12. KV-Sitz beantragen
Reichen Sie Ihren Antrag beim zuständigen Zulassungsausschuss als Nachfolger ein.
13. Übergangsphase vereinbaren
Klären Sie mit dem bisherigen Praxisinhaber eine Übergangszeit mit Mitarbeitern – das erleichtert Patienten den Wechsel und erhöht die Attraktivität der Abgabe.
14. Alle Beteiligten informieren
Kommunizieren Sie frühzeitig an Patienten, Personal, Kollegen und die KV den geplanten Wechsel.
15. Außenauftritt vorbereiten
Erstellen Sie Website und E-Mail-Adresse, lassen Sie Visitenkarten und Praxisschild mit neuer Fachrichtung und Sprechzeiten drucken.
16. Praxis bekannt machen: Nutzen Sie Praxismarketing, regionale Werbung, Google Maps, und persönliche Kontakte zu Ärzten und Apothekern vor Ort.
Praxisübernahme geplant – aber wie gewinnen Sie schnell neue Patienten?
Ob Sie eine Zahnarztpraxis, hausärztliche Einzelpraxis oder sonstige Facharztpraxis übernehmen: Der Erfolg steht und fällt mit der Patientengewinnung. Mit verzahntem Online-Marketing machen Sie Ihre neue Praxis sichtbar: zielgerichtet, effizient und messbar:
- Wir verbessern Ihre Auffindbarkeit bei Google durch Suchmaschinenoptimierung (SEO), sodass Patienten Sie genau dann finden, wenn sie medizinische Leistungen suchen.
- Ergänzend schalten wir effektive Suchmaschinenwerbung (SEA/Google Ads), die sofortige Sichtbarkeit schafft und potenzielle Patienten direkt anspricht.
- Gleichzeitig unterstützen wir Sie dabei, mit ansprechenden Beiträgen auf Social Media Ihre Reichweite zu erhöhen und Persönlichkeit zu zeigen.
Starten Sie digital durch und sichern Sie sich den langfristigen Erfolg Ihrer Praxis. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf!
FAQs
Die Zulassung bei der Kassenärztlichen Vereinigung ist eine unverzichtbare Voraussetzung für Ihre Niederlassung als Arzt in einer Vertragsarztpraxis. Ohne gültige Zulassung können Ärzte die Praxis nicht offiziell übernehmen und keine kassenärztlichen Leistungen erbringen. Daher sollten Ärzte frühzeitig die erforderlichen Unterlagen zusammenstellen und sich auf die Warteliste der KV setzen lassen.
Ärzte finden geeignete Praxen häufig über regionale Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen (KV), medizinische Fachportale oder durch persönliche Netzwerke. Auch spezialisierte Newsletter, etwa von Ärztekammern, Banken oder Praxisbörsen sowie Beratungsangebote bieten regelmäßig Inserate zur Praxisübernahme.
Viele Ärzte kommen aus dem Klinikalltag und sind mit den Herausforderungen einer Praxisführung zunächst wenig vertraut. Neben medizinischer Erfahrung benötigen sie Kenntnisse im Praxismanagement, in Personalführung und Abrechnung. Schulungen zur Praxisführung, Hospitationen bei erfahrenen Praxisinhabern oder Austausch in ärztlichen Netzwerken helfen beim Einstieg.
Im Vertrag sollten wichtige Punkte wie die Übernahme der Zulassung, Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern, medizinische Ausstattung, Patientenkartei und ggf. die Praxisimmobilie geregelt sein. Ziehen Sie für die Vertragsprüfung idealerweise eine erfahrene Kanzlei hinzu – besonders bei komplexen Praxisformen wie einer BAG oder Klinikkooperation.
Je nach Bundesland und Versorgungsgebiet gibt es Förderprogramme zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung, vor allem in ländlichen Regionen. Beispiele sind Investitionszuschüsse, Tilgungshilfen oder Praxisprämien. Ansprechpartner: Kassenärztliche Vereinigung, Landesförderbanken oder regionale Wirtschaftsförderungen.