Praxisgründung für Ärzte: Leitfaden mit Tipps & Checkliste

Praxisgründung-Beitragsbild

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und wachsender internationaler Konflikte wirkt eine Praxisgründung für viele Ärzte zunächst riskant. Doch gerade jetzt bietet sich Chancen: Wer die Gründung sorgfältig plant, schafft die Basis für eine stabile und zukunftsfähige Praxis. Besonders in ländlichen Regionen, in denen oft ein Mangel an medizinischer Versorgung besteht, eröffnet sich für Praxisgründer echter Handlungsspielraum.

Im Folgenden erhalten Sie einen strukturierten Überblick über die Schritte zur Praxisgründung: Von der Zulassung als Vertragsarzt über die Standortwahl bis hin zur Finanzierung. Wir erläutern, welche Voraussetzungen Sie für die Praxisgründung erfüllen müssen und welche Praxisformen am besten zu Ihren Zielen passen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisgründung und Zulassung: Ärzte mit Approbation können sofort privatpraktisch tätig werden. Für die Behandlung gesetzlich Versicherter ist jedoch die Zulassung als Vertragsarzt erforderlich. Diese setzt einen Eintrag im Ärzteregister, einen schriftlichen Zulassungsantrag sowie eine abgeschlossene Facharztausbildung voraus.
  • Standortwahl: Regionale Nachfrage, Erreichbarkeit, Umfeld, geeignete Praxisräume und Kooperationsmöglichkeiten beeinflussen den Praxiserfolg. Die Kassenärztlichen Vereinigungen prüfen per Bedarfsplanung, ob ein Standort offen oder gesperrt ist.
  •  Kosten und Finanzierung: Eine Praxisneugründung erfordert erhebliche Investitionen im sechsstelligen Bereich. Die Finanzierung erfolgt über eine Kombination aus Krediten, Eigenkapital, Leasing oder Mietkauf sowie über verfügbare Fördermittel.
  • Praxisformen und Gründungswege: Einzelpraxen bieten maximale Entscheidungsfreiheit, während eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), eine Gemeinschaftspraxis oder Teilzulassungen Vorteile wie Kostenteilung, Flexibilität oder Arbeitsteilung bieten.

 Arztpraxis eröffnen: Wichtige Voraussetzungen im Überblick

Wenn Sie als Arzt über eine Approbation verfügen, können Sie theoretisch sofort mit der Eröffnung Ihrer Praxis starten. Allerdings dürfen Sie in diesem Fall nur Privatpatienten und Selbstzahler behandeln. Möchten Sie auch gesetzlich Versicherte in Ihrer Praxis versorgen, benötigen Sie zusätzlich die Zulassung als Vertragsarzt. Dafür müssen Sie drei Bedingungen erfüllen:

1) Eintrag in das Ärzteregister
Dazu benötigen Sie verschiedene Unterlagen, darunter Geburtsurkunde, Nachweis der Staatsangehörigkeit, Approbations- und gegebenenfalls Promotionsurkunde sowie Nachweise über Ihre ärztlichen Tätigkeiten seit der Approbation. Je nach Werdegang können weitere Nachweise erforderlich sein.

2) Schriftlicher Zulassungsantrag
Der Antrag ist beim zuständigen Zulassungsausschuss einzureichen. Er umfasst unter anderem Auszüge aus dem Ärzteregister, Anträge für die Zulassung zu gesetzlichen Krankenkassen, Lebenslauf, polizeiliches Führungszeugnis und weitere relevante Dokumente.

3) Abgeschlossene Facharztausbildung
Sie müssen eine erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung in einem Fachgebiet vorweisen.

Hinweis: Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind zwar nicht verpflichtend, erleichtern jedoch den Praxisalltag deutlich – sei es bei der Personalführung, der Organisation reibungsloser Abläufe oder beim Outsourcing bestimmter Aufgaben.

Wie wählen Sie den idealen Standort für Ihre Praxisgründung?

Die Wahl des Standorts gehört zu den entscheidenden Faktoren für den Erfolg einer Arztpraxis. Prüfen Sie dabei folgende Punkte:

  • Region und Nachfrage: Analysieren Sie, wie viele Ärzte Ihrer Fachrichtung bereits vor Ort praktizieren und ob Unterversorgung besteht. Eine Hautarztpraxis in einer wachsenden Stadt ohne Facharzt im Umkreis von fünf Kilometern findet beispielsweise schnell treue Patienten.
  • Erreichbarkeit: Achten Sie auf gute Anbindung mit Bus, Bahn und Parkmöglichkeiten. Schwer zugängliche Standorte schrecken Patienten mit eingeschränkter Mobilität, ab.
  • Umfeld und Laufkundschaft: Nähe zu Einkaufszentren, Supermärkten oder Apotheken kann die Besucherfrequenz erhöhen, da Patienten Arztbesuche mit Erledigungen kombinieren.
  • Praxisräume und Zugänglichkeit: Kalkulieren Sie Fläche für Behandlungsräume, Empfang und Wartebereich. Stufenloser Zugang, Aufzug und automatische Türen bieten Komfort und erfüllen Förderkriterien.
  • Energie- und Kosteneffizienz: Prüfen Sie Heizungsanlage, Fenster und Dämmung. Investitionen in moderne Technik oder erneuerbare Energien lassen sich oft durch Förderungen finanziell attraktiv gestalten.
  • Kooperationsmöglichkeiten: Krankenhäuser, Labore oder Physiotherapiepraxen in der Nähe erleichtern Überweisungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

„Bei Neugründungen, vor allem bei stark spezialisierten Facharztgruppen, muss insbesondere die Konkurrenzsituation vor Ort und im direkten Einzugsgebiet direkt unter die Lupe genommen werden. Je spezifischer die fachliche Ausrichtung, desto wichtiger ist es, ein Alleinstellungsmerkmal zu haben.“

Dirk Bohsem, Leiter Management beim Finanzdienstleister MLP

Neben diesen praktischen Kriterien bestimmt auch die Bedarfsplanung, ob Sie am gewünschten Standort eine Praxis eröffnen können. Sie legen fest, wie viele Ärzte pro Einwohner in einem Gebiet zulässig sind und werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gesteuert.

  • Offener Planungsbereich: Praxiseröffnung oder Übernahme ist direkt möglich; weitere Kassenzulassungen werden vergeben.
  • Geschlossener Planungsbereich: Die Höchstzahl zugelassener Ärzte ist erreicht. Eine Niederlassung gelingt nur, wenn ein Arzt seine Zulassung abgibt.

Die Bedarfsplanung entscheidet damit, welche Standorte in Deutschland für eine Neugründung oder Übernahme offenstehen und wo aktuell keine neuen Praxen entstehen können.

Tipp: Prüfen Sie nicht nur Zulassungsvoraussetzungen und praktische Kriterien. Reflektieren Sie auch Ihre persönliche Motivation: Haben Sie Freude an der Selbstständigkeit? Können Sie sich vorstellen, langfristig an diesem Standort und in dieser Region zu leben und zu arbeiten?

Wie hoch sind die Kosten für eine Praxisgründung?

Die Ausgaben für Ihre neue Praxis hängen stark von Fachrichtung, Standort und Ihren persönlichen Vorstellungen ab. Dennoch lassen sich einige typische Kostenpunkte zusammenfassen:

  • Ausstattung der Praxis: Dazu zählen Möbel, medizinische Geräte und technische Ausstattung. Je nach Größe und Spezialisierung können die Kosten stark schwanken. 
  • Räumlichkeiten: Ob Miete oder Kauf – die Kosten variieren je nach Lage, Größe und Attraktivität der Praxis. In Städten fallen meist höhere Ausgaben an als in ländlichen Regionen.
  • Startkapital und Finanzierung: Um die ersten Monate nach der Eröffnung zu überbrücken, benötigen Sie ausreichend Mittel für Personal, Miete, Versicherungen und laufende Kosten. 

Bei einer Neugründung fallen hohe Kosten an, da die Praxis komplett neu ausgestattet werden muss. Investitionen liegen häufig im sechsstelligen Bereich.

Durchschnittliche Investitionskosten nach Fachrichtung:

FachrichtungDurchschnittliche Kosten (€)
Allgemeinarztpraxis≈ 170.000
Gynäkologie≈ 300.000
Orthopädie≈ 400.000
Zahnarztpraxis≈ 500.000

Wie sichern Sie die Finanzierung Ihrer Praxisgründung?

Eine solide Finanzierung schafft Sicherheit und deckt die anfänglichen Kosten.

Mögliche Finanzierungsquellen:

  • Kreditfinanzierung: Üblicherweise finanzieren Gründer ihre Praxis über Bankkredite, die sie über die kommenden Jahre aus den Praxiseinnahmen tilgen. Laufzeit, Zinssatz und Sicherheiten lassen sich individuell verhandeln.
  • Eigenkapital: Nicht zwingend erforderlich, kann jedoch die Kreditverhandlungen erleichtern.
  • Leasing und Mietkauf: Sie müssen teure Medizingeräte nicht sofort kaufen. Beim Leasing zahlen Sie kalkulierbare monatliche Raten, beim Finanzierungsleasing meist langfristig, mit Kaufoption am Ende. Beim Mietkauf wird die monatliche Miete auf den Kaufpreis angerechnet.

Tipp: Neben Kredit, Leasing und Mietkauf können Sie Fördermittel von Bund und Ländern nutzen. Diese unterstützen insbesondere Praxisgründungen oder -übernahmen in unterversorgten Regionen. Prüfen Sie frühzeitig, welche Programme (etwa KfW-Förderkredite oder Förderungen der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung) für Ihre Praxisfinanzierung infrage kommen.

Praxisformen im Vergleich – So treffen Sie die richtige Entscheidung

Welche Praxisform passt am besten zu Ihnen? Jede Variante bringt unterschiedliche Vorteile und Herausforderungen mit sich:

Einzelpraxis
Sie tragen die volle Verantwortung für Organisation, Personal, Kosten und Behandlungsschwerpunkte.

  • Vorteile: Volle Entscheidungsfreiheit, alleinige Gewinnverwendung.
  • Nachteile: Höheres persönliches Risiko, größere Arbeitsbelastung.

Gemeinschaftspraxis
Mehrere Ärzte teilen Räume, Geräte und Personal, führen jedoch eigene Patientenlisten und rechnen separat ab.

  • Vorteile: Kostenteilung, kollegiale Unterstützung, Vertretungsmöglichkeiten.
  • Nachteile: Gewinnaufteilung, mehr Bürokratie, klare Absprachen notwendig.

Berufsausübungsgemeinschaft (BAG)
Ärzte betreuen einen gemeinsamen Patientenstamm, rechnen gemeinsam ab und behandeln eigenständig.

  • Vorteile: Enge Zusammenarbeit, interdisziplinäre Betreuung.
  • Nachteile: Hoher Abstimmungsaufwand, gegenseitige Abhängigkeiten, längerer Gründungsprozess bei GmbH-Form.

Teilzulassung
Ärzte arbeiten teilweise selbstständig in der Praxis und parallel in Teilzeit im Krankenhaus.

  • Vorteile: Flexibilität, reduzierte Vollverantwortung.
  • Nachteile: Eingeschränkte Unabhängigkeit, weniger Gestaltungsspielraum.

Praxisnahes Beispiel: Aktuelle Zahlen der apoBank in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung aus dem Jahr 2023 zeigen: 59 % aller ärztlichen Existenzgründer wählen die Einzelpraxis – davon 51 % durch Übernahme, 8 % durch Neugründung. 22 % steigen in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ein. 

Die Zahlen verdeutlichen: Die Wahl der Praxisform hängt eng mit der Art der Existenzgründung zusammen. Wer maximale Freiheit sucht, entscheidet sich eher für eine Neugründung; wer schneller starten möchte, wählt meist die Übernahme einer bestehenden Praxis. Um die Entscheidung weiter zu konkretisieren, lohnt sich ein genauer Vergleich zwischen Praxisneueröffnung und Praxisübernahme.

Praxisneugründung vs. Praxisübernahme

AspektPraxisneueröffnungPraxisübernahme
Standort & ZulassungStandort frei wählbar, ggf. Arztquote beachtenÜbernahme auch bei Zulassungsbeschränkungen möglich
PraxisräumeRäume müssen komplett geplant und eingerichtet werdenBereits eingerichtete und ausgestattete Praxisräume erleichtern den Start
TeamPraxisteam komplett aufbauenEingespieltes Team übernimmt, Einarbeitung leichter
PatientenNeue Patienten müssen gewonnen werdenBestehender Patientenstamm
GestaltungVollständig frei bei Einrichtung und AbläufenEingeschränkt, bestehende Strukturen bleiben
Kosten & ZeitHöhere Investitionen, längere VorbereitungszeitGeringere Kosten, schnellerer Einstieg
RisikoFinanzielle/organisatorische UnsicherheitenRisiken bei Praxisruf oder Anpassung an bestehendes Team
UmsatzKeine Erfahrungswerte, Patientenzuwachs ungewissBessere Prognose auf Basis vorhandener Daten

Die Option eine Praxis zu übernehmen, klingt interessant für Sie? In unserem Beitrag zur Praxisübernahme erhalten Sie weitere Tipps für einen reibungslosen Start.

Das starke Netzwerk hinter einer erfolgreichen Arztpraxis

Die Gründung einer eigenen Arztpraxis ist komplex und erfordert umfassendes Know-how – selbst für betriebswirtschaftlich geschulte Gründer. Ein verlässliches Netzwerk externer Experten entlastet Sie, spart Zeit und schützt vor teuren Fehlern.

Zu Ihrem Kernnetzwerk sollten gehören:

  • Steuerberater: Unterstützung bei der Steuererklärung, Finanzplanung und Businessplan.
  • Fachanwalt für Medizinrecht: Prüfung von Verträgen wie Kauf-, Leasing-, Miet- oder Arbeitsverträgen; bei Praxisübernahmen Gestaltung des Übernahmevertrags.
  • Praxisberater: Beratung zu Gründung, Finanzierung, Fördermöglichkeiten und Praxisaufbau.
  • Abrechnungsstellen: Sicherstellung korrekter Abrechnung, zeitnahe Rechnungsstellung und Mahnwesen bei Zahlungsverzug.
  • Marketing-Experten: Unterstützung beim Aufbau eines Patientenstamms und bei der Außendarstellung der Praxis.

Im Bereich Online-Marketing können Sie auf uns von 360 Grad Praxismarketing setzen. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Praxis professionell zu präsentieren und neue Patienten zu gewinnen. Dafür entwickeln wir Marketinglösungen mit passgenauen Strategien, die auf Ihre Praxisziele abgestimmt.

Unsere Leistungen im Überblick:

  • Social Media: Aufbau und Pflege Ihrer Kanäle zur Patientenbindung und Reichweitensteigerung
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO): bessere Sichtbarkeit Ihrer Praxis bei Google & Co.
  • Google Ads: zielgerichtete Online-Werbung, um neue Patienten auf ihre Praxis aufmerksam zu machen
  • Webdesign: moderne, nutzerfreundliche Praxiswebsites, die Vertrauen schaffen
  • Logo-Gestaltung: einprägsames und professionelles Praxislogo

Mit unserem Support können Sie sich auf Ihre medizinische Arbeit konzentrieren, während wir Ihre Praxis optimal nach außen präsentieren.

Unverzichtbare Versicherungen für die eigene Arztpraxis

Ein einziger Schadensfall kann ohne passenden Versicherungsschutz schnell existenzbedrohend wirken. Mit den folgenden Policen sichern Sie sich und Ihre Praxis zuverlässig ab.

Berufshaftpflichtversicherung

Diese Versicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt vor Schadensersatzansprüchen, die aus Behandlungsfehlern, falschen Diagnosen oder unzureichender Aufklärung entstehen. Sie gilt für Sie als Praxisinhaber ebenso wie für angestellte Mitarbeitende. Die jährlichen Kosten liegen zwischen 1.000 und 5.000 € und sind steuerlich absetzbar.

Tipp: Beschreiben Sie Ihre Tätigkeitsbereiche im Vertrag exakt, um Deckungslücken zu vermeiden. Versicherer unterscheiden nach Tätigkeitsprofilen – entscheidend ist etwa, ob eine Allgemeinärztin auch operative Eingriffe durchführt. Fehlende Angaben können im Schadensfall zur Leistungsablehnung führen.

Praxisinhaltsversicherung

Diese Versicherung schützt medizinisches Inventar und Technik vor Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Einbruch, Vandalismus, Sturm oder Hagel. Sie ähnelt der Hausratversicherung, ist jedoch auf die Anforderungen einer Praxis zugeschnitten. Die Kosten liegen abhängig vom Inventarwert meist zwischen 500 und 2.000 € jährlich.

Tipp: Setzen Sie die Versicherungssumme auf den Neuwert des gesamten Praxisinventars an und kalkulieren Sie 10–20 % Puffer ein. Melden Sie Neuanschaffungen oder Verkäufe sofort, um Unterversicherung zu vermeiden. Andernfalls zahlt der Versicherer nur anteilig.

Betriebsunterbrechungsversicherung

Diese Police sichert Einnahmeausfälle ab, wenn die Praxis aufgrund eines versicherten Schadens vorübergehend schließen muss. Prämien bewegen sich je nach Größe und Risiko zwischen 1.000 und 3.000 € pro Jahr.

Tipp: Achten Sie darauf, ab welchem Ausfallgrad diese Versicherung Leistungen bezahlt. Muss Ihre Praxis etwa nach einem Wasserrohrbruch für Wochen schließen, deckt eine passende Versicherung laufende Kosten wie Miete und Gehälter sowie den entgangenen Gewinn. So bleibt Ihre Liquidität gesichert und der Neustart gelingt schneller.

Rechtsschutzversicherung

Im Praxisalltag bestehen zahlreiche Rechts- und Vertragsbeziehungen zu Patienten, Krankenkassen, Ärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung, Kliniken, Laboren, Angestellten oder Vermietern. Eine Rechtsschutzversicherung bietet finanziellen Schutz bei Auseinandersetzungen und kostet je nach Umfang 200–800 € jährlich.

Tipp: Wählen Sie einen Tarif, der im Streitfall sämtliche Kosten übernimmt – von Gerichts- und Anwaltsgebühren bis zu Gutachterhonoraren und, falls nötig, auch die Kosten der Gegenseite. So bleiben Ihre finanziellen Risiken kalkulierbar.

Checkliste: Praxis gründen in 7 Schritten

1. Berufliche und rechtliche Voraussetzungen klären

  • Approbation und abgeschlossene Facharztausbildung nachweisen
  • Eintrag ins Arztregister beantragen
  • Praxis bei Ärztekammer, Finanzamt, Gesundheitsamt, Versorgungswerk und ggf. Gewerbeamt anmelden

2. Standortanalyse und Praxissitz auswählen

  • Patientenpotenzial und Einzugsgebiet untersuchen
  • Konkurrenzsituation und mögliche Zulassungsbeschränkungen prüfen
  • Infrastruktur, Erreichbarkeit und Miet- bzw. Kaufpreise vergleichen
  • Praxisräume auswählen, die Größe, Ausstattung und Barrierefreiheit erfüllen

3. Entscheidung: Übernahme oder Neugründung

  • Bei Übernahme: Patientenstamm, Verträge und Ausstattung bewerten
  • Bei Neugründung: frühzeitig geeignete Räume sichern und Ausstattungsplanung abschließen
  • Mietvertrag rechtlich prüfen und verhandeln

4. Businessplan und Finanzierung aufstellen

  • Praxisziele, Zielgruppe und Leistungsangebot festlegen
  • Investitionskosten und laufende Ausgaben kalkulieren
  • Finanzierungsmöglichkeiten prüfen (Bank, Fördermittel, Leasing)
  • Liquiditätsplanung für die Startphase erstellen
  • Steuerliche und rechtliche Beratung einbeziehen

5. Einrichtung und Organisation umsetzen

  • Empfangs- und Behandlungsräume ausstatten
  • Medizintechnik, IT-Systeme und Praxissoftware beschaffen
  • Hygiene- und Sicherheitsvorschriften erfüllen (z. B. TÜV-Prüfung für Röntgengeräte)
  • Geschäftskonto eröffnen und notwendigen Versicherungsschutz abschließen

6. Personal einstellen und vorbereiten

  • Personalbedarf ermitteln und Stellenanzeigen schalten
  • Bewerber auswählen und Arbeitsverträge abschließen
  • Einarbeitung und Dienstpläne vorbereiten
  • Personal bei Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft und Bundesagentur für Arbeit anmelden

7. Marketing und Eröffnung vorbereiten

  • Logo, Visitenkarten und Praxisschild gestalten
  • Suchmaschinenoptimierte Website erstellen und in relevante Verzeichnisse eintragen
  • Eröffnung in lokalen Medien, mit Flyern oder über Kooperationen bekannt machen
  • Interne Abläufe einspielen (ggf. Soft Opening) und regulären Betrieb starten

Brauchen Sie Unterstützung bei Ihrer Personalplanung?

Eine gut durchdachtes Employer Branding macht Ihre Praxis als Arbeitgeber attraktiv und unterstützt ein effizientes Recruiting. Wir entwickeln für Sie eine zielgerichtete Employer Branding-Strategie, damit Sie sich klar von der Konkurrenz abheben. Dafür analysieren wir zunächst gemeinsam Ihre aktuelle Situation. In einem strukturierten Gespräch, das sich bereits bei vielen Praxen bewährt hat, identifizieren wir die Stärken, Schwächen und Ziele Ihrer Einrichtung.

Lassen Sie uns gerne unverbindlich kennenlernen! 

FAQs

Wie lange dauert es, bis eine Praxis eröffnet werden kann?

Die Eröffnung einer Praxis hängt von mehreren Faktoren ab. Bei Neugründungen müssen Räume gefunden, ggf. umgebaut und ausgestattet sowie Zulassung, Ärzteregister und Kassenzulassung beantragt werden. Insgesamt dauert dies mehrere Monate bis zu einem Jahr. Übernahmen bestehender Praxen gehen meist schneller, da viele Vorbereitungen bereits erledigt sind, die Zulassung bleibt jedoch zu prüfen.

Welche baulichen und funktionalen Anforderungen gelten für die Praxisräume?

Praxisräume müssen ausreichend Platz für Behandlungs-, Empfangs- und Wartebereiche bieten, barrierefrei zugänglich sein und die Einhaltung von Hygienestandards ermöglichen. Zudem sollten technische Infrastruktur, Energie- und Sicherheitsstandards den medizinischen Anforderungen entsprechen.

Können Ärzte eine Praxis auch in Teilzeit führen?

Eine Praxis lässt sich auch in Teilzeit führen. Dabei müssen Sie sicherstellen, dass der Versorgungsauftrag gegenüber den Patienten jederzeit erfüllt wird. Häufig ist es dafür notwendig, zusätzliches Personal einzusetzen oder Kollegen einzubinden, damit die Patientenbetreuung reibungslos und umfassend abläuft.

Können Ärzte die Praxis an einen Nachfolger übergeben?

Ja, eine Praxisübernahme ist möglich. Sie müssen die Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung einholen und prüfen lassen, ob der Nachfolger die fachlichen Voraussetzungen erfüllt und im Arztregister eingetragen ist. Regeln Sie außerdem vertragliche, organisatorische und patientenbezogene Aspekte wie Praxiseinrichtung, Patientenakten und laufende Verträge.

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